Die Leutesheimer Grundschule wird im kommenden Doppelhaushalt 2019/20 ganz groß rauskommen. Dafür müssen die meisten anderen Projekte in »Litze« zurückstecken.

Kehl-Leutesheim. Gute Nachrichten für die Grundschule Leutesheim: In den kommenden Jahren soll die Einrichtung mit 1,7 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden. Hintergrund ist ein Förderprogramm des Landes, das Schulsanierungen mit etwa 30 Prozent bezuschusst. Damit die Mittel nicht verfallen, müssten die Projekte aber bis 2023 umgesetzt sein, sagte Ortsvorsteher Heinz Faulhaber auf der Ratssitzung am Montagabend. Geplant sind unter anderem ein Vollwärmeschutz für die Fassade (270.000 Euro), neue Fenster im Obergeschoss (140.000), die Betonsanierung (250.000), Schallschutzdecken (140.000), eine Aufzugsanlage (300.000), ein barrierefreies WC (35.000) und neue Lampen.

Die umfangreichen Maßnahmen an der Schule haben allerdings ihren Preis: Aufgrund der Personalressourcen, die durch den Schulentwicklungsplan gebunden würden, müssten fast alle anderen Projekte in »Litze« verschoben werden. »Die Bereichsleiter der Stadt stehen mit dem Rücken an der Wand«, sagte Faulhaber. »Es geht nicht mehr um Prioritäten, sondern nur noch darum, was überhaupt leistbar ist.«

Diese Aussage wollten einige der Ortschaftsräte so nicht stehen lassen: »Einfach nur zu sagen, wir können das nicht leisten, ist ein bisschen wenig«, monierte Hans Baas (SPD). »Da muss man doch mal schauen, wie man dem entgegenwirken kann.« Er könne sich zum Beispiel externe Dienstleister oder vereinfachte Vergaberegeln vorstellen. Von den Projekten, die der Leutesheimer Ortschaftsrat für 2019/20 angemeldet hat, will die Kehler Verwaltung unter anderem die Betonsanierung der Mehrzweckhalle, die Aufarbeitung der Holzdecke in der Halle, die Flachdachsanierung des Feuerwehrhauses, das Streichen der Außenfassade vom Jugendtreff, die Sanierung der Kindergarten-Fassade und die Betonsanierung am Friedhof zurückstellen. Auch die Sanierung der Rathaus-Fassade, die laut Faulhaber schon seit etwa 20 Jahren auf der Warteliste steht, soll wieder verschoben werden. Kopfschütteln bei den Ortschaftsräten: »Ich finde im ganzen Raum Kehl kein Rathaus, das in so einem schlechten Zustand ist wie unseres«, sagte Thorsten Hummel (Freie Wähler).
Ortsvorsteher Heinz Faulhaber will auf jeden Fall weiter für die Umgestaltung der Ortsmitte kämpfen. Da die Stadt sicherlich Mittel für die neuen Bushaltestellen in den Haushalt eingestellt habe, müsse man in diesem Zuge unbedingt den »Brennpunkt entschärfen«. Am Knotenpunkt Badener Straße/Ecke Rathaus treffen Autos und Lkw aus fünf Richtungen – und zusätzlich künftig auch vermehrt die Stadtbusse – aufeinander. Es gehe hier »nicht um Schönheit, sondern um Sicherheit«, sagte Faulhaber. Er forderte zudem eine Lösung für den überfüllten Schülerbus, der morgens von Kehl über Auenheim und Leutesheim Richtung Rheinau verkehrt. »Es kann kein Zustand sein, dass die Busse, die nach Litze kommen, schon voll sind«, sagte er.

Text/Foto: Antje Ritzert