Ortschaftsrat Leutesheim ist mit Stadtentwicklungskonzept nicht ganz einverstanden.
Neben der Aktivierung der Baulücken könnte in Leutesheim eine Wohnbebauung im Bereich des früheren Sägewerkareals ein Thema werden. Das Gebiet liegt am nordöstlichen Rand der Ortschaft und ist 1,3 Hektar groß.

Ortschaftsrat Leutesheim ist mit Stadtentwicklungskonzept nicht ganz einverstanden.

Kehl-Leutesheim (pr). »In Leutesheim wird angestrebt, auf eine Außenentwicklung vollständig zu verzichten und die Entwicklung im Bestand zu forcieren.« Dieser, die künftige Wohnbebauung betreffende Satz im Kehler Stadtentwicklungskonzept 2035 bereitete dem Leutesheimer Ortschaftsrat in seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend erhebliche Bauschmerzen. Der Rat favorisiert nämlich eine Weiterentwicklung im Baugebiet Langesand.

Das Thema Wohnbebauung war der große Knackpunkt bei der Vorstellung des Stadtentwicklungsplans in Leutesheim durch Baubürgermeister Thomas Wuttke. Am kommenden Donnerstag soll der Gemeinderat über das Stadtentwicklungskonzept 2035 abstimmen.

Was das Wohnen im nördlichsten Kehler Teilort anbelangt, sieht die Lage aktuell so aus: Die Wohnbauflächen im Gebiet „Hinterhof“ sind komplett vergeben. Ein neues Wohnbaugebiet gibt es aktuell nicht. Und es soll vorerst auch keins geben. Zumindest im Außenbereich. Denn bei einer Erhebung wurde festgestellt, dass es innerhalb des Orts insgesamt 49 Baulücken gibt mit knapp 10 000 qm Fläche. Die sollen vorrangig bebaut werden. Das wäre Umwelt und Ressourcen schonend. Die Stadtverwaltung hat die Eigentümer der Baulücken bereits angeschrieben. Über die Resonanz konnte bei der Sitzung am Montagabend aber keine Aussage gemacht werden.

Der Anteil der Baulücken an der vorhandenen Wohnbaufläche beträgt 9,2 Prozent. Aktuell wohnen in Leutesheim 33 Einwohner pro Hektar. Wünschenswert für die Zukunft wären 50 bis 60 Einwohner. Das ist zwar eine erhebliche Verdichtung. Leutesheim würde in Kehl damit aber immer noch im unteren Bereich liegen.

Erfasst wurden zudem Haushalte, in denen der jüngste Bewohner 80 Jahre alt ist. Das sind in Leutesheim acht Prozent. Im innerstädtischen Vergleich ist das ein hohes Leerstandrisiko. Auch aufgrund dieser Konstellation soll sich die Ortschaft Leutesheim in Zukunft auf die Innenentwicklung konzentrieren. So steht es im Perspektivplan. Der Erwerb von Baulücken aus privater Hand wird sich möglicherweise schwierig gestalten. Und vor allem langwierig. Das passt den Mietgliedern des Ortschaftsrates überhaupt nicht. Es gebe bereits jetzt schon einen hohen, innerörtlichen Bedarf, der nicht befriedigt werden kann, wurde moniert.

Neben der Aktivierung der Baulücken könnte eine Wohnbebauung im Bereich des früheren Sägewerkareals ein Thema werden. Das Gebiet liegt am nordöstlichen Rand der Ortschaft. Es ist 1,3 Hektar groß. Das Areal muss erst noch von einer Erbengemeinschaft erworben werden. Das könnte teuer werden, hieß es in der Versammlung. Möglicherweise wird die Stadt aus Kostengründen nicht kaufen wollen. Alternativ erwerben könnte ein privater Investor. Der würde kaufen, erschließen, bebauen und die Wohneinheiten dann veräußern. In Bodersweier entstanden auf diese Weise vor Kurzem Doppelhaushälften auf dem Gelände eines ehemaligen Gewerbegebiets, berichtete Thomas Wuttke. Richtig Gefallen an einer solchen Konstellation findet Heinz Faulhaber aber nicht. Bei der Veräußerung der Wohneinheiten sieht er das Mitspracherecht der Ortschaft nicht gewährleistet.

Viel lieber wäre dem Ortschaftsrat Leutesheim eine Erweiterung des Wohnbaugebietes »Langesand«. Das liegt nur rund 300 Meter von der Grundschule entfernt. Zwei bis drei Bauplätze könnten dort pro Jahr erschlossen werden. Das entspräche dem innerörtlichen Bedarf. Eine reine Innenentwicklung mit zäh verlaufendem Erwerb aus privater Hand würde hingegen dazu führen, dass in Leutesheim die Erschließung neuen Wohnraums kaum vorankommt, erklärte Heinz Faulhaber.

Text/Foto: Jürgen Preiß

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