»Das ist keine Wunschliste«, betonte Heinz Faulhaber, »das sind alles Sachen, die zum Teil dringend gebraucht werden.« Am Montagabend stellte der Leutesheimer Rathaus-Chef die Liste der Mittelanmeldungen für den Haushalt 2019/20 vor.

Kehl-Leutesheim. Ein Großteil des angemeldeten Finanzbedarfs stand bereits im vergangenen Doppelhaushalt auf der Leutesheimer Liste, wurde jedoch von der Kehler Verwaltung zurückgestellt. Dementsprechend viele Punkte hat der Ortschaftsrat in den kommenden Haushalt 2019/20 übertragen: so zum Beispiel die Sanierung der Außenfassade des Rathauses (90.000 Euro), der Umbau der Sparkassenräume im Rathaus (50.000 Euro), die Betonsanierung an der Mehrzweckhalle (100.000), die Reparatur des Flachdachs am Feuerwehrhaus (40.000), das Streichen der Außenfassade des Jugendtreffs (15.000) oder die Sanierung der Kindergarten-Fassade (55.000).

Besonderes Augenmerk will Ortsvorsteher Heinz Faulhaber in den kommenden zwei Jahren auf die Umgestaltung der Ortsmitte legen. Aufgrund des neuen Nahverkehrs-, des Lkw-Lenkungs- und des Radwegekonzepts der Stadt Kehl wäre eine Situation entstanden, »die man so nicht mehr verantworten kann«, sagte Faulhaber. In der Ortsmitte träfen bereits jetzt schon Fahrzeuge aus fünf Richtungen aufeinander. Die Frequentierung würde sich künftig durch die Stadtbusse noch erhöhen, die Haltestellen müssten zudem auch noch untergebracht werden. »Die Umgestaltung der Ortsmitte ist für mich ein Muss«, sagte er auf der Ratssitzung am Montag. »Deswegen werde ich die Mittel unbedingt wieder beantragen.«

Auch der Radweg nach Linx ist Faulhaber schon seit langem ein Dorn im Auge und steht deshalb ganz oben auf der Bedarfsliste. Das Radwegekonzept, das die Stadt gemeinsam mit Vertretern der Ortschaften ausgearbeitet hat, kommt ihm gelegen: »Die Verbindung Leutesheim-Linx hat Priorität eins im Konzept«, verkündete er erfreut. Der Weg sei etwa 2,4 Kilometer lang, wobei beide Städte (also Kehl und Rheinau) etwa den gleichen Anteil hätten. Ob Rheinau seinen Abschnitt ebenfalls in 2019/20 auf Vordermann bringen wolle, konnte Faulhaber jedoch nicht sagen.

Sicher ist dagegen, dass die Leutesheimer Grundschule in Angriff genommen wird: Die Stadt habe über 1,7 Millionen Euro für deren Sanierung in Aussicht gestellt, sagte Faulhaber. 30 Prozent davon würde das Land zuschießen. Geplant seien unter anderem ein Vollwärmeschutz für die Fassade (270.000 Euro), neue Fenster im Obergeschoss (140.000), die Betonsanierung (250.000), Schallschutzdecken (140.000), eine Aufzugsanlage (300.000), ein barrierefreies WC (35.000) und neue Lampen. »Das ist eine sehr ehrgeizige Vorlage«, sagte Faulhaber anerkennend. »Ich bin gespannt, ob man das alles umgesetzt kriegt.« Wenn die Maßnahmen nicht bis 2022 umgesetzt wären, würden die Fördermittel vom Land verfallen.

Baugebiet »Lange Sand«
Ortsvorsteher Heinz Faulhaber hat seine Forderung nach Planungsgeldern für das Baugebiet »Lange Sand« erneuert. Die Grundstücke westlich des Friedhofs seien jetzt alle in städtischer Hand. Nun müsse der Flächennutzungsplan geändert werden, damit eine Wohnbebauung zulässig ist, so Faulhaber. »Diese Erweiterung wird aber nur möglich sein, wenn alle anderen Möglichkeiten im Dorf ausgeschöpft sind«, sagte er und verwies auf eine Anweisung des Regierungspräsidiums. »Unsere Struktur in Litze ist so, dass viele große Grünflächen gar nicht als Baufläche genutzt werden können.« Bevor man jedoch grünes Licht für ein neues Baugebiet bekäme, müsse man »zu allen potenziellen Baugrundstücken im Ort eine Aussage machen«, sagte er. Im Klartext heißt das, dass »Lange Sand« erst beantragt werden kann, wenn alle angeschriebenen Baugrund-Eigentümer sich geäußert haben, ob sie ihr Grundstück bebauen oder an Bauinteressenten verkaufen wollen.

Text/Foto: Antje Ritzert