Kehl-Leutesheim. Leutesheims Ortsvorsteher Heinz Faulhaber verkündete auf der jüngsten Ortschaftsratsitzung am Mittwochabend, dass laut neuer Brandschutzvorgaben künftig bei Fasnachtsveranstaltungen, bei denen mehr als 200 Sitzplätze vorgesehen sind, zwingend Mitglieder der Feuerwehr vor Ort sein müssten, um den Brandschutz zu gewährleisten. Diese würden den Vereinen von der Stadt mit 25,61 Euro pro Stunde und Mann in Rechnung gestellt. Es gäbe zudem Pläne, nach denen die Stadt 25 Prozent dieser Kosten auf Antrag der Vereine übernehmen wolle.

Diese Mitteilung stieß im Ortschaftsrat auf Unverständnis: „Die Logik mit der Bestuhlung ist nicht nachvollziehbar“, sagte Heinz Faulhaber. So könne man zum Beispiel tausend Leute ohne Sitzplätze in die Mehrzweckhalle einlassen und bräuchte dann keine Feuerwehrleute vor Ort. Auch die Kosten seien nicht gerechtfertigt, so Faulhaber. Er verwies darauf, dass die Feuerwehrleute der Stadtverwaltung 12,50 Euro pro Stunde in Rechnung stellen, die Stadt also gut das Doppelte von den Vereinen verlange. „Das geht doch nicht an“, sagte er und forderte, dass die geplanten neuen Förderrichtlinien noch einmal überarbeitet werden. „Geht es hier eigentlich um den Brandschutz oder um ein paar Einnahmen mehr?“, fragte er.

Faulhaber ist sich sicher, dass die Vereine die höheren Kosten nicht stemmen können. Wenn „ein Verein erst mal 1500 Euro auf den Tisch legen“ müsse, bevor er mit der Veranstaltung überhaupt beginnen könne, würde dies das Aus für die Vereine bedeuten und die ehrenamtliche Arbeit großen Schaden nehmen. Die 1500 Euro errechnet Faulhaber aus den Brandschutzmaßnahmen (500 Euro), GEMA-Gebühren und Sicherheitsmaßnahmen. „Für mich ist es eigentlich Aufgabe des Ordnungsamtes und nicht des Vereins, dafür zu sorgen, dass bei einer Veranstaltung nichts passiert“, sagte er. Die Stadt müsse sich unbedingt Gedanken machen, wie sie die Förderrichtlinien dahingehend ändert, dass die Vereine ihre Arbeit noch machen könnten.

Text: Antje Ritzert
Themenfoto/Fotomontage: Marco Karch