Kehl-Leutesheim. „Es ist vollbracht!“, frohlockte Ortsvorsteher Heinz Faulhaber auf der Ortschaftsratsitzung am Montagabend. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan »Hanfrötze II« im Oktober bereits beschlossen, jetzt wurde er vom „Litzmer“ Rat noch einmal förmlich bestätigt. Seit der Anfrage des Ortschaftsrates, ob sich das Schrebergärten-Gelände am nordöstlichen Ortsrand von Leutesheim für ein Baugebiet eignet, sind bis zum Satzungsbeschluss gute drei Jahre vergangen. Immer wieder hatte sich die Aufstellung des Bebauungsplanes verzögert, unter anderem wegen eines hohen Grundwasserspiegels, möglichen Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg, einer alten unterirdischen Bunkeranlage in der Nähe des Baugebietes sowie einer Pipeline im Boden, die militärische Einrichtungen mit hochgefährlichen, brennbaren und wassergefährdenden Kraftstoffen versorgt.

Unmut über die Dauer des Verfahrens kam dennoch aus dem Ortschaftsrat: „Drei Jahre für drei kümmerliche Bauplätze, das ist wirklich etwas übertrieben“, sagte Margot Wohlbold-Melet (SPD). Sie regte zudem an, noch einmal prüfen zu lassen, ob die unbebaubare Fläche über der Bunkeranlage nicht für Pkw-Stellplätze genutzt werden kann. Denn die Satzungsvorlage der Kehler Verwaltung geht nicht auf den Antrag des Ortschaftsrates vom Mai dieses Jahres ein, wonach auf den 272 Quadratmeter ein Parkplatz angelegt werden soll. Auch die Forderung nach einem einseitigen Halteverbot auf der gegenüberliegenden Straßenseite der drei Baugrundstücke will das Gremium erneuern.

Text: Antje Ritzert
Foto: Marco Karch