Leutesheim sagt „Ja“ zum neuen Feuerwehrbedarfsplan
Leutesheim sagt „Ja“ zum neuen Feuerwehrbedarfsplan
Der Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Kehl soll fortgeschrieben werden. Auf dem Tisch des Ortschaftsrats Leutesheim lag dazu am Montagabend eine 31 Seiten schwere Vorlage. Der Rat stimmte einstimmig zu. Ortsvorsteher Heinz Faulhaber sagte dazu, dass es sich hier um ein sehr komplexes Thema handele mit millionenschweren Entscheidungen, die den Gemeinderat noch sehr lange beschäftigen wird. Für ihn wäre interessant zu wissen, wie Kehl in Sachen Feuerwehr im Vergleich zu den benachbarten Städten aufgestellt ist.
Mit der Fortschreibung will die Stadt geänderten gesetzlichen Vorschriften und Gefahren gerecht werden. Die Leistungsfähigkeit der Wehr soll bis zum Jahr 2036 weiterhin verlässlich sichergestellt werden. Hoher Investitionsbedarf wird in den kommenden Jahren im Bereich der Infrastruktur, der Gerätehäuser, vor allem in Kehl, beim Fuhrpark sowie auch beim Personal gesehen.
Die Vorlage sieht eine Aufstockung des hauptamtlichen Personals um zwei Stellen pro Jahr vor. Deren Anzahl soll bis 2036 von 17 Stellen auf 27 Stellen im mittleren Dienst anwachsen, erläuterte Ortsvorsteher Heinz Faulhaber. Pro Stelle werde das die Stadt im Jahr rund 95.000 Euro kosten, schlussendlich 1,6 Millionen Euro im Jahr. Die Kehler Wehr habe aktuell 493 Angehörige. 250 seien davon im Ehrenamt, 15 im Hauptamt, 99 Jugendliche sowie 144 Personen in der Altersmannschaft.
Die größte Investition liegt nach dem vorgelegten Feuerwehrbedarfsplan im geforderten Neubau der Feuerwache in der Kernstadt aufgrund schwerwiegender baulicher Mängel und einer durch Ampelanlagen und Tramgleisen erschwerter Zugänglichkeit. Ein Neubau soll im Schutter-Kinzig-Dreieck in der Nähe des Sundheimer Flughafens entstehen. Die Kosten dafür werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt, sagte Heinz Faulhaber. Darin sei ein Grundstückserwerb und die Erschließung noch nicht enthalten.
Probleme bereiten auch die Feuerwehrhäuser auf den Ortschaften, insbesondere das in Kork. Es sei in einem sehr maroden Zustand, erklärte dazu Kehls Feuerwehrvizechef David Oster. Und in Leutesheim gibt es ein Feuchtigkeitsproblem, ergänzte Abteilungskommandant Mario Hauß. Wie sehr die Feuerwehrwachen in die Jahre gekommen sind, erläuterte David Oster am Beispiel des Erwerbs neuer Einsatzfahrzeuge. Die müssten mittlerweile so gebaut werden, dass sie überhaupt in die engen Garagen reinpassen. Insgesamt seien die Kapazität in den Fahrzeughallen deutlich zu gering. „Teilweise müssen wir teures Gerät im Freien abstellen“, sagte David Oster.
Ortschaftsratsmitglied Tobias Zimmer bemängelte, dass die laufende Unterhaltung an den städtischen Feuerwehrgebäuden jahreslang vernachlässigt wurde. Auch deswegen sei es nun zu diesem sehr hohe Investitionsbedarf gekommen.
Mit der Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans soll die Leistungsfähigkeit der Wehr bis 2036 sichergestellt werden. Das Foto zeigt einen Einsatz in Leutesheim im Februar diesen Jahres.