Kehl-Leutesheim. »Wasser marsch« hieß es am Samstagabend in der vollbesetzten Litzmer Narrenhalle. Der Musikverein hatte zum Feuerwehrball geladen. Die Akteure präsentierten ein dreistündiges, TV reifes Programm, das begeisterte.

Petra Hummel, Martin Schneider und Jochen Hummel heizten der Narrenschar ordentlich ein. Das Trio führte mit Witz und Charme durch den Abend.

Zum Auftakt schmiss die Prinzengarde die Beine durch die Luft. Ein echtes Aushängeschild für das ganze Dorf, lobte Jochen Hummel. Die neun jungen Damen zeigten einen Gardetanz mit viel Dynamik, Präsenz und Freude. Ein dickes Lob gab´s für Charlotte Wirth. Sie hatte den Tanz einstudiert.

Die Fluchtwege wurden frei gehalten. Der Kommandant rollte ein. Boris Faulhaber kam auf Rollschuhen so schnell wie die Feuerwehr in die Narrenhalle. Der Ortvorsteher-Sohn hatte ein paar echte Knaller im Gepäck. So hatte er am Kleid der Frau vom Hauptmann geleckt und festgestellt: »Diese Garderobe hat wirklich keinen Geschmack«.

Als Litzmer Ranzengarde angekündigt kamen die Fußballer in Uniform und mit Schlauch einmarschiert. Im Gepäck hatten die Florianjünger eine gut einstudierte Tanzeinlage. Früher hatten wir im Dorf zehn Wirtshäuser und eine Bushaltestelle. Heute ist es umgekehrt, erzählte Petra Hummel bei der Anmoderation der Sängerdamen. Bettina Hauß, Elke Durban, Antonia Müll, Martina Reiß und Christel König nahmen das Nahverkehrskonzept ein wenig auf die Schippe. Sie unterhielten an der Bushaltestelle den Reisenden Dieter Thorwarth. Der wollte nach Muckenschopf und konnte über die couragierten Leutesheimer Damen nur staunen.

Christian Habelts Vortrag ging keineswegs unter die Gürtellinie. Die hatte er vorsichtshalber in Höhe seines Oberschenkels fixiert. Er klagte über den Fortschritt beim Einkaufen. Früher hätte er für fünf Mark viel mehr bekommen. Doch das sei mit den heutigen Überwachungskameras einfach nicht mehr möglich. Eis, und das auch noch gratis servierten »Nachtkrabben«. Eine Tanzformation, die seit vielen Jahren die Leutesheimer Fasnacht bereichert und auch dieses Mal mit einem sehr gelungen Vortrag glänzte.

Petra und Jürgen Hummel berichteten von einem Aufenthalt in Baden-Baden. Ein Aufenthalt in der Kurstadt, der hat schon was: So eignet sich das Bidet im Hotel prima, um gekochte Nudeln abzuschütten. Der Auftritt der Beiden, ein echtes Highlight an diesem Abend.

In Johnny Cashs »Ring of Fire« stiegen die Katastophensänger. Gelöscht wurde mit dem nassen Element und der Erkenntnis, das Wasser nicht nur zum Waschen das ist. Ihren Ursprung hat die Band wohl im Jahr 1973. Seither ist die Formation aus dem Musikverein ein Garant für gute Stimmung. Dieses Mal auch wieder.

Tanzschüler Leon Preiss hatte sich bei der Damenwahl die Oma ausgesucht. Wohl wissend, dass er sich damit das Erbe gesichert hat. Ein klasse Vortrag des Nachwuchsbüttenredners.

Sturm freie Bude hatte die Gruppe Amora bei ihrem kurzen aber pointierten Auftritt. Genick einziehen hieß es danach. Bei ihrer Tanzeinlage ging »Nadierli« auf die Jagd. Kostüme, Choreographie und die Ausführung waren hier vom Feinsten.

Zäpfchen zum Einführungspreis mit dabei hatte Melanie Preiss. Als Krawallschachtel angekündigt sammelte sie Spenden für das DRK und reichlich Beifall für ihre Büttenrede.

Aus der Prinzengarde mittlerweile rausgewachsen sind die »Hüpfdolen«. Die jungen Damen waren als Cowgirls eine echte Augenweide an diesem sehr gelungenen Litzmer Narrenabend.

Text/Fotos: Jürgen Preiß