Der Ortschaftsrat Leutesheim hat dem städtischen Beschlussvorschlag, den Stadtbus einzustellen, nach knapp einstündiger Diskussion einstimmig zugestimmt. Das Dorf soll aber weiterhin gut an den Buslinienverkehr angebunden sein.
Die Bürgervertreter fordern daher, dass die Bushaltestellen im Dorf beibehalten werden. Der verbleibenden Buslinienverkehr soll darüber hinaus bis abends 23 Uhr ausgeweitet und die Fahrzeiten bedarfsgerecht gestaltet sein. Insbesondere bei der Schülerbeförderung sollen überfüllte Busse durch Zusatzfahrten vermieden und zu lange Wartezeiten für die Kinder umgangen werden, diktierten die Leutesheimer Ortschaftsratmitglieder in das Sitzungsprotokoll.
Gute Absichten - eine schlechte Resonanz: So bezeichnete Rathauschef Heinz Faulahber das 2018 ins Leben gerufene Stadtbuskonzept. Bei der Ausgestaltung seien Fehler gemacht worden. Dass das Konzept letztendlich nicht aufging, sei in Leutesheim angekommen. Der Entschluss, Geisterbusse nicht weiter kostspielig zu finanzieren, sei richtig, nicht zuletzt wegen der angespannten Finanzsituation der Stadt, sagte der Leutesheimer Rathauschef. Doch von 100 gleich auf null runterzufahren, sei nicht der richtige Ansatz: Unser Dorf muss weiterhin gut an das Busnetz angebunden sein, für all diejenigen, die darauf angewiesen sind, darunter vor allem die Schulkinder, betonten Rebecca Karch und Sabine Reiser.
Marius Schmidt bedauerte, dass dem Beschlussvorschlag, die Stadtbuslinie abzuschaffen, nicht bereits jetzt schon Alternativen beigelegt wurden. So bliebe ein gewisses Risiko, was nun folge. Ein neues Konzept soll nach der städtischen Vorlage erst nach dem Beschluss für das Aus der Buslinie in Abstimmung mit dem Landratsamt erarbeitet werden.
Die Gründe, die letztendlich ausschlaggebend waren für die schlechte Auslastung der Stadtbuslinie, wurden in der Ratsitzung ebenfalls erörtert. Ein Sitzungsgast rechnete vor, dass eine Fahrt nach Kehl und zurück für zwei Personen aktuell knapp 15 Euro kostet. Der Anreiz, auf das Auto zu verzichten und auf das Stadtbus umzusteigen, sei nicht sehr groß. Und dass die Busfahrt am Kehler Rathaus und nicht am Bahnhof endet, sei ebenfalls keine kluge Entscheidung gewesen, hieß es in der Leutesheimer Ortschaftsratsitzung.