Kehl-Leutesheim. Zum ersten Mal waren sie in Leutesheim zu Gast: Die „Mar-Gold-Burg-Drossle“ gastierten am Sonntagabend beim Abschluss des Herbstfestes des Gesangvereins Leutesheim.

Am Sonntagabend gestaltete die aus Marlen, Goldscheuer und Kittersburg stammende Gesangstruppe »Mar-Gold-Burg-Drossle« mit ihrem Programm, das auch die Lachmuskeln der Zuhörer beanspruchte, einen würdigen Abschluss des Leutesheimer Herbstfests.

»Fahrende Musikanten sind wir«: Dieser Musiktitel trifft auf die sieben Damen mit Fasanen-Federschmuck auf ihren Hüten und dem Fuchsschwanz-Fell über den Schultern perfekt zur. Unterstützt wurden sie instrumental von ihrem Quotenmann Mike und seinem Akkordeon. Lustig und gut gelaunt unternahmen die »Mar-Gold-Burg-Drossle« mit ihrem Publikum eine musikalische Reise durch die Welt altbekannter Lieder, die zum Mitsingen einluden. Zwischendurch gab es immer wieder witzige Einlagen wie etwa über den Ehemann, der im Schlaf redet, weil er tagsüber nicht zu Wort kommt.

Für Leutesheim hatten die »Singdrosseln« eigens die »Nationalhymne of Litze« mitgebracht, deren Text »In Litze ist es wunderschön« Ortsvorsteher Heinz Faulhaber sichtlich gefiel. »Und jetzt stehen wir alle auf. Hand auf die Brust (wenn’s geht’s auf die eigene)«; das Badener Lied war angesagt. Fast keiner in der Halle blieb mehr auf seinem Stuhl sitzen, und es wurde lauthals mitgesungen.

Volkslieder, Lumpeliedle und Schlager; ein Feuerwerk mit volkstümlichen Melodien wurde abgebrannt. Sie handelten von der Anneliese, der Adelheid, der Marie und von Tom Dooley. Ihre Lieder waren allesamt Ohrwürmer, wobei das Litzmer Publikum hin und wieder etwas Zeit brauchte, bis es so richtig in Stimmung kam.

»Kreuzfahrten sind im Moment angesagt, wir brauchen einen Kapitän«, so der Aufruf der Drossle. Der war auch schnell gefunden, die Schiffsmützen für die Mannschaft verteilt, und los ging es: Schiff ahoi! »Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern.« Und schon war die Polonäse durch die Halle in vollem Gange, sogar ein Tänzchen wurde gewagt.

Über Italien, Spanien und der Schweiz nahm das Kreuzfahrtschiff nun langsam Kurs auf den Heimathafen Litze. Doch so schnell wollten die Sänger-Damen noch nicht die Leinen vertäuen. »Rock mi, heit Nacht«: Hard-Rock-Frontfrau Pia lief noch einmal zur Hochform auf. Erst nach »Sierra Madre«, »Bajazzo« und fast drei Stunden Non-Stopp-Unterhaltung ging der musikalische Abend in der Leutesheimer Halle zu Ende.

Text: Karin Bürk
Foto: Marco Karch