Manchmal entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Wie zum Beispiel bei einem Radfahrer, der in Mitten des Schwarzwalds bewusstlos zusammenbrach, nur wenige Meter entfernt von einer Wirtshütte. Der Hüttenwirt lief sofort zu dem leblosen Mann und versetzte ihm mit einem Defibrillator lebensrettende Elektroschocks. Der dritte Schock konnte den Sportler ins Leben zurückholen.

Der 54-jährige Mann hatte Herzkammerflimmern, welches zum Herz-Kreislauf-Stillstand und damit innerhalb weniger Minuten zum Tod führt, wenn es nicht unterbrochen wird. Wir sprechen vom plötzlichen Herztod, an dem in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen versterben. Das sind doppelt bis dreimal soviel wie bei Verkehrsunfällen.

Doch, wie funktioniert eigentlich ein Defibrillator? Zum Unterbrechen von Kammerflimmern und anderen lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen eignen

halle leutesheim defi

Ein Foto des Defibrillators in der Halle. Foto: Marco Karch

sich Elektroschocks. Sie sorgen im Herzen zunächst einmal für Ruhe, indem sie alle elektrischen Impulse unterbrechen. Dadurch hat das Herz die Chance, wieder einen geordneten Herzschlag zu beginnen, medizinisch spricht man von »Sinusrhythmus«. Und genau das macht der Defi, wie der Defibrillator im Fachjargon heisst. Fast jeder hat es in Fernsehsendungen wie »Emergency Room«, »Schwarzwaldklinik« oder »In aller Freundschaft« schon gesehen. Ein bewusstloser Patient wird eilig in die Notaufnahme gebracht. »Herzstillstand«, rufen die Rettungsassistenten. Der Arzt holt den »Defi«, setzt die Paddels auf dem Brustkorb des Patienten, ruft »Achtung, weg!«. Der Körper des Patienten zuckt. Kurz darauf zeigt das EKG wieder fleißige, geordnete Herzschläge an.

Voraussetzung für den Erfolg der Sofortbehandlung durch Elektroschocks ist der rechtzeitige Einsatz des Defibrillators. Denn mit jeder Minute, die vergeht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um bis zu 10 Prozent. Und schon nach drei Minuten setzt ein Absterben der Gehirnzellen ein. Es kommt hierbei also auf jede Sekunde an. Entscheidend ist demnach, dass im entsprechenden Moment ein Defibrillator zur Hand ist und es jemanden gibt, der ihn bedienen kann.

AED in der Leutesheimer Mehrzweckhalle
defibrillator standort halle leutesheim litzeDa durch das Warten auf den Notarzt oftmals zu viel Zeit verstreicht, wurden die automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) entwickelt, die auch von Laien bedient werden können. AEDs hängen inzwischen an vielen öffentlichen Plätzen, wie zum Beispiel Flughäfen, Sporteinrichtungen und Ämtern. Am Frankfurter Flughafen sollen sie schon 14 Menschen das Leben gerettet haben, in der Münchener U-Bahn 18.

Auch in der Leutesheimer Mehrzweckhalle hängt seit einigen Jahren ein Defibrillator, installiert in der Ecke des ehemaligen Foyers. Bisher wurden laut Ortsvorsteher Heinz Faulhaber am 10. Juni 2016 Übungsleiter und örtlichliche Vereinsvertreter über die lebensretende Handhabung informiert. Doch wissen auch Sie, wie er funktioniert?

Darüber hinaus wurde in der jüngsten Vereinsbesprechung kritisiert, dass der Defibrillator nur von innen verwendbar ist, während des Hallenbetriebs, also bei Schul-, Sport- oder Festveranstaltungen. Eine Nutzung außerhalb, bei verschloßenem Hallengebäude, ist derzeit leider nicht möglich.

Im folgenden Video sehen Sie die Handhabung des baugleichen Geräts: