Kehl-Leutesheim. Bei einer öffentlichen Veranstaltung am vergangenen Donnerstag stellte Ortsvorsteher Heinz Faulhaber das neue Rasenurnen-Grabfeld auf dem Leutesheimer Friedhof vor. Pfarrer Jörg Allgeier segnete das Grabfeld, das um den neuen, geschwungenen Weg herum angelegt wurde. Unter den frisch gepflanzten Ahorn- und Tulpenbäumen können künftig Baumbestattungen vorgenommen werden.

Diese Form der Rasenurnen-Bestattung ist derzeit einmalig in Kehl. Vorangegangen waren mehrere Sitzungen des Leutesheimer Ortschaftsrats, auf denen das Gremium diesem Modell nach und nach Gestalt verlieh. Die Leutesheimer wollten eine „echte Alternative“ zu den bisherigen Kehler Bestattungsformen anbieten. Ursprünglich hatten sie sich einen „Friedwald“ vorgestellt, der aufgrund der Lage und der Beschaffenheit des Friedhofes jedoch nicht realisiert werden konnte. Die jetzt gefundene Lösung kommt der Friedwald-Idee aber sehr nahe: Unter jedem der sieben großen, ausladenden Solitärbäume befinden sich 16 Segmente, die mit jeweils zwei Urnen bestückt werden können. Nur die Stadtverwaltung kennt den genauen Platz der Urnen, denn nach der Bestattung wächst Gras über die Gräber. Eine ovale Fläche in der Mitte des Weges, auf der zwei Holzbänke stehen, dient den Hinterbliebenen als zentrale Anlaufstelle. An einem zwei Meter hohen Gedenkstein können sie kleine Tafeln mit den Namen der Verstorbenen anbringen. An diesem Stein können auch Blumen abgelegt und Kerzen angezündet werden. Ein Urnensegment kostet 96 Euro pro Jahr. Die Mindestlaufzeit der Gräber beträgt 15 Jahre.

Text: Antje Ritzert
Fotos: Marco Karch