Auf der Suche nach neuen Waldflächen fürs Klärwerk
Auf der Suche nach neuen Waldflächen fürs Klärwerk
Kehl sucht Ersatzflächen für eine Aufforstung, die durch eine Waldrodung beim Klärwerk erforderlich wird. Die neuen Bäume sollen gepflanzt werden als Ersatz für eine 9.000 qm große Waldfläche, die für den Bau eines neuen, dritten Klärbeckens weichen muss. Das Thema stand auf der Tagesordnung der Leutesheimer Ratsitzung.
Das Klärwerk liegt auf Leutesheimer Gemarkung im Rheinwald, unweit des Mittelgrundsees. Nach dem Landeswaldgesetz ist ein angemessener forstrechtlicher Ausgleich zu schaffen. Das Gelände soll laut Ratsvorlage möglichst städtisch sein, 9.000 qm zusammenhängend groß, in unmittelbarer Nähe zu bestehendem Wald und in möglichst geringer Entfernung zum Eingriffsort liegen.
Bei einem Ortstermin im Juni mit Vertretern der unteren Forstbehörde, bei dem die Ortverwaltung nicht eingeladen war, wurden drei grundsätzlich geeignete Flächen auf Leutesheimer Gemarkung identifiziert.
Der Leutesheimer Rat will diese drei am Rheinwald gelegenen, landwirtschaftlich genutzten Acker und Wiesen nicht für eine Aufforstung opfern. Ackerland ist eine primäre Basis für den Anbau von Getreide und Futtermitteln, jede aufgeforstete Fläche steht für eine regionale Lebensmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung, so die einhelligen Meinung im Ortschaftsrat. Hans Bertelme, der als fachkundiger Bürger und Sitzungsgast angehört wurde, ergänzte, dass Feld ohnehin knapp sei und sich die Situation für die Landwirte durch neue EU-Verordnungen zusätzlich verschärfe.
Die Ortsverwaltung und Hans Bartelme haben sich mittlerweile selbst auf die Suche nach Ersatzflächen für eine Aufforstung gemacht. Und sie sind fündig geworden: In Betracht kämen demnach zwei Flächen am Mittelgrundsee sowie eine Rasenfläche auf der westlichen Seite des Klärwerkgeländes und eine Fläche östlich des Klärwerks auf Auenheimer Gemarkung.
Die beiden bestehenden Becken im Klärwerk stammen aus dem Jahr 1981. Sie sind sanierungsbedürftig und verfügen zudem nicht über die hydraulische Leistungsfähigkeit, um die anfallenden Abwassermengen sicher zu verarbeiten, heißt es in der Vorlage. Die untere Wasserbehörde hat den Bau eines dritten Nachklärbeckens bis zum 31.10.2027 gefordert.
Die Kläranlage der Stadt Kehl benötigt ein drittes Nachklärbecken. Dafür muss 9.000 qm Waldfläche gerodet werden.