Ein Jahresrückblick, Ehrungen und eine Verabschiedung standen am Freitagabend auf dem Programm bei der Abteilungsversammlung der Leutesheimer Feuerwehr, die zusammen mit Auenheim den Ausrückebereich 2 in Kehl bildet.
Abteilungskommandant Mario Hauß hielt Rückblick auf ein wiederum ereignisreiches Jahr 2025, das mit 40 Einsätzen deutlich über den Zahlen von 2024 lag. Die Leutesheimer Wehr wurde zu zwei Bränden in Auenheim gerufen und war auch bei Hilfsmaßnahmen dabei nach einem schweren Verkehrsunfall auf der EDF-Straße. Der letzte große Einsatz hatte die Wehr am Fasnachtsonntag im eigenen Dorf: Ein Wohnhaus brannte und die Feuerwehr war bereits fünf Minuten nach der Alarmierung vor Ort und konnte Schlimmeres verhindern, lobte Mario Hauß.
25 Aktive nahmen an 27 Proben mit einer Präsenz von 71 Prozent teil. Ein Wert mit Luft nach oben, ergänzte der Abteilungskommandant. Stefan Jockers, Brian Keck, Robin Lesniak, Patrick Reiser und Jan Ziegler fehlten nie und erhielten dafür ein Präsent. Die Proben führte die Leutesheimer Wehr unter anderem auch zu einer simulierten Rettung in den Auenheimer Kindergarten und in ein Tanklager des Kehler Hafens, wo man beim Wasserziehen im Becken mit reichlich Muschelschalen konfrontiert wurde.
Hauptlöschmeister Thomas Zipfel wurde für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit der goldenen Ehrenmedaille des Landes ausgezeichnet. „Wir sind sehr froh, ihn in unseren Reihen zu haben“, lobte Mario Hauß. Und mit Helmut Reiß verabschiedeten die Leutesheimer nach über 40 Jahren Dienst quasi die Verlässlichkeit in Person: „Er trug als Maschinist hohe technische Verantwortung“, stellte Mario Hauß fest. Helmut Reiß hatte seinen Arbeitsplatz im Dorf und war und immer einsatzbereit. „So einen haben wir nur einmal“, erklärte Hauß mit etwas Wehmut.
Am Revers von Thomas Zipfel (Mitte) hängt die Goldmedaille für 40 Jahre aktiver Feuerwehrdienst. Helmut Reiß (rechts daneben) wurde in die Altersmannschaft verabschiedet von Kehls Feuerwehrchef Viktor Liehr (rechts), seinem Stellvertreter David Oster (links) sowie Mario Hauß (Zweiter von rechts) und Hervé Voltz (Zweiter von links) aus Leutesheim.
Helmut Reiß wechselt zu den Alterskameraden. Auf ihn wartet dort ein weniger aufregendes, aber interessantes und abwechslungsreiches Programm. Das ging aus dem Rückblick von Rainer Keck hervor, der die 23 Senioren betreut.
Die Gesamtfeuerwehr ist indes erfolgreich in der Nachwuchsarbeit unterwegs. Feuerwehrchef Victor Liehr berichtete von Aktionen in Schulen und Kindergärten, die offensichtlich gut bei den Kindern ankommen: Eine halbe Schulklasse der Söllingschule will zu uns kommen, freute sich der Kehler Feuerwehrkommandant. Die Jugendabteilung hat mittlerweile die Hundertermarke geknackt. Die Gesamtwehr ist mittlerweile weitgehend digitalisiert, was deutlich mehr Komfort und Flexibilität biete. Trotz zunehmenden Sparzwängen fühle sich die Wehr gut ausgebildet und ausgerüstet. Daran werden wir weiter arbeiten, auch wenn die Kassen leer sind, versprach Liehr.
Das in die Jahre gekommene Leutesheimer Feuerwehrhaus soll mittelfristig saniert werden, informierte Mario Hauß. Der Bedarf sei angemeldet. Und es wird dort ein mobiles Notstromaggregat geben wie auch in allen anderen Feuerwehrhäusern der Stadt.
Ortsvorsteher Heinz Faulhaber attestierte der Leutesheimer Wehr einen guten Ausbildungstand und lobte die hervorragende, vorbildliche Zusammenarbeit mit Auenheim. Es sei enorm, was hier geleistet wird. Der Rathauschef dankte Mario Hauß und auch Viktor Liehr für eine strukturierte und motivierende Arbeit: „Wir können sehr stolz sein auf unsere Wehr“.