Der Ortschaftsrat Leutesheim will keine Erhöhung bei den städtischen Güterpachtzinsen. „Für private Pächter von Kleinflächen wäre die Erhöhung noch zu akzeptieren, nicht aber für die Bauern mit großflächigem Ackerland.“, erklärte dazu Ratsmitglied Torsten Hummel. Die Bürgervertreter hatten zu diesem Tagesordnungspunkt Hansjörg Körkel vom Badischen Landwirtschaftsverband eingeladen. Und der sagte: „Mit dieser Erhöhung wird man die Landwirtschaft in unserer Region kaum fördern.“
Der Bodersweierer Landwirt stellte fest, dass die Leistung der Bauern zur Kulturpflege ohnedies nicht ausreichend gewürdigt sind. Die Pächter müssten sich immer mehr und mit immer größerem Kostenaufwand um die vom Eigentümer vernachlässigten Feldwege und Entwässerungsgräben kümmern. Auch das Verlegen der neuen Gasleitung hätte für reichlich Flurschaden gesorgt. Die Rekultivierung sei in Verzug, was wiederum zu Lasten der Landwirte ginge, monierte Körkel.
Wenn die Stadt Kehl nun die Pachtzinsen für das Ackerland erhöhe, sende dies ein Signal an die Pflege Schönau und die Kirche werde als großer Grundstückseigentümer in der hiesigen Region sicherlich nachziehen, mutmaßt Hansjörg Körkel.
Die Pachtzinsen der Stadt Kehl sind zuletzt zu Martini 2021 angepasst worden. Die Vorlage der Verwaltung sieht eine Erhöhung der Ackerlandpacht um knapp zehn Prozent auf 2 Euro pro Ar und Jahr vor. Bei den Streuobstwiesen sollen die Entgelte um 33 Prozent auf 4,60 Euro steigen. In Leutesheim werden allerdings ausschließlich einzelne Obstbäume verpachtet und das zum Nulltarif, erläuterte dazu Ortsvorsteherstellvertreter Martin Wahl, der die Sitzung krankheitsbedingt leitete.