Leutesheim will sein historisches Milchzentralgebäude nicht hergeben. Die Liegenschaft steht auf der städtischen Verkaufsliste und soll nach der städtischen Gemeinderatvorlage spätestens im ersten Halbjahr 2027 veräußert werden. Der Ortschaftsrat Leutesheim hat das in seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend einstimmig abgelehnt.
Das Thema sorgte für eine angeregte Diskussion. Der Bürgersaal war nahezu voll besetzt. So viele Interessierte kommen normalerweise nur bei einer Brennholzversteigerung in Leutesheim.
Zu Wort meldeten sich Vorstandsmitglieder vom Aktiven Dorf Leutesheim. Annabell Heitz appelliert an den Ortschaftsrat, sich für den Erhalt des Milchhiesels einzusetzen: „Unsere Vereine brauchen dieses Gebäude und es gehört zu unserem Ortsbild.“
Das Haus und die angebaute Holzhalle werden von den Vereinen aktuell als Lagerraum genutzt. Auch ist dort eine historische Feuerwehrpumpe untergebracht. „Wir würden gerne prüfen lassen, ob es eine Alternative zu der geplanten Veräußerung gibt“, sagte Annabell Heitz, beispielsweise durch die Vergabe eines Erbbaurechts. In Neumühl sei eine solche Konstellation geplant: Die Hexen wollen dort den früheren Stierstall pachten.
Die Unterhaltungspflicht für das ehemalige Milchzentrale-Gebäude in Leutesheim könnte für die Stadt mit einer solchen Konstellation entfallen, was letztendlich auch seitens der Verwaltung gewünscht ist, ergänzte Aktives Dorf-Vorstandskollege Klaus Grumer.