In Leutesheim gibt es Ärger mit einer vor kurzem angesiedelten Firma. In der jüngsten Ortschaftsratsitzung äußerten einige Nachbarn aus dem Bereich der Sägewerkstraße ihren Unmut über stark zugenommenen Verkehr, Lärm und LKW-Abgase.
Auf dem 9.000 Quadratmeter großen, als Mischgebiet ausgewiesenen Areal stand bis 1989 ein Sägewerk, das nach einem Brand nicht wieder aufgebaut wurde. In den letzten Jahren war eine Wohnbebauung als Nachnutzung im Gespräch. Seit November ist dort nun ein Gewerbebetrieb ansässig. Das im Bereich Entsorgung und Verwertung von Obstkisten und Paletten tätige Unternehmen hat das Gelände offensichtlich gekauft, berichtete eine Anwohnerin. Zuvor war die Firma Mieterin im Auenheimer Gewerbegebiet.
Seit der Ansiedlung des Betriebes am nordöstlichen Leutesheimer Ortsrand ärgern sich die Nachbarn über Lärm und Gestank. „Morgens um halb fünf lassen die LKW-Fahrer ihre Motoren warmlaufen, und das direkt neben unseren Wohnhäusern“, monierte eine Anwohnerin. Das sei teilweise echt provokant, fügte sie hinzu. Probleme gebe es zudem mit dem Begegnungsverkehr. Die Zufahrt zu dem Areal sei eng und für diesen Verkehr nicht geeignet. Sie müsse bezweifeln, dass dieses Gewerbe überhaupt angemeldet sei, sagte die Anwohnerin in der Ratsitzung. Sie selbst sei Unternehmerin und kenne die Vorschriften, doch die Zustände im Leutesheimer Sägewerk seien nicht so, wie man das erwarten dürfe.
Neben der Lärm- und Geruchsbelästigung sieht die Nachbarschaft auch ein Feuerrisiko für die angrenzenden Häuser. Auf dem gesamten Areal seien gebrauchte Holzkisten und Paletten frei zugänglich gelagert. Das berge eine Brandgefahr für die angrenzenden Gebäude und in der wärmeren Jahreszeit befürchten die Anwohner zudem erhebliche Belästigungen durch Fliegen und Ungeziefer.
Martin Wahl, der die Ortschaftsratsitzung für den verhinderten Rathauschef Heinz Faulhaber leitete, teilte mit, dass die Beschwerden bereits im Rathaus Leutesheim angekommen sind. Heinz Faulhaber habe die Stadtverwaltung informierte und von dort die Auskunft erhalten, dass das Gewerbe angemeldet sei. Auch liege ein Antrag auf Überdachung eines Lagerplatzes vor. Eine Genehmigung für die Nutzung als Lagerplatz für Holzkisten gebe es bislang dem Vernehmen nach aber nicht. Die Firma sei aufgefordert, die entsprechenden Antragsunterlagen bis zum 6. Februar bei der Stadt Kehl einzureichen, informierte Martin Wahl.